Pankower Grüne wollen Bunker als Gedenkort

Wie der letzten „Berliner Woche“ zu entnehmen war, wollen die Pankower Grünen den Bunker in der Schönholzer Heide als Gedenkort für das ehemalige Zwangsarbeiter_innen-Lager gestalten. Wir, die Initiative „Schönholzer Heide“, unterstützen diesen Vorstoß, der das vielfältige Gedenken in der Schönholzer Heide um ein wichtiges Element bereichern würde.

Wir dokumentieren hier den Artikel der „Berliner Woche“:

Den letzten Bunker erhalten
Grüne wollen an das Zwangsarbeiterlager Lunapark erinnern

Der letzte erhaltene Betonbunker des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Schönholzer Heide sollte ein Ort für öffentliches Gedenken werden. Diesen Antrag stellte die Fraktion der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Zu diesem Zweck solle das Bezirksamt prüfen, wie durch eine entsprechende Sanierung dieser letzte Betonbunker im ehemaligen Lunapark in der Schönholzer Heide als Denkmal erhalten werden kann und inwiefern der Bunker als Mahnmal für Besucher zugänglich gemacht werden sowie in Gedenkveranstaltungen in der Schönholzer Heide einbezogen werden kann. „Nahe der Kriegsgräberstätte Pankow in der Schönholzer Heide befindet sich ein letzter Überrest des Zwangsarbeiterlagers im ehemaligen Lunapark, genannt Luna-Lager“, sagt Cornelius Bechtler, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Im noch erhaltenen oberirdischen Betonbunkers wurden ab 1940 Zwangsarbeiter, vorwiegend aus Polen, Frankreich, Belgien, Kroatien und Russland, untergebracht. Sie wurden in der Waffen- und Munitionsfabrik der DWM Deutsche Waffen und Munitionswerke eingesetzt.
Viele der Lagerinsassen starben an Unterernährung und Krankheit sowie bei Bombenangriffen. Das Zwangsarbeiterlager war auch eine Wirkungsstätte des Pfarrers Joseph Lenzel aus der Gemeinde St. Maria Magdalena in Niederschönhausen. Er leistete den Zwangsarbeitern Beistand und wurde deshalb am 7. Januar 1942 verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Dort ist er am 3. Juli 1942 ermordet worden. Der letzte erhaltene Betonbunker sollte als Mahnmal der deutschen Geschichte erhalten bleiben und in Zukunft als Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, fordern die Bündnisgrünen in ihrem Antrag. Bei der Erhaltung des Bunkers könnten auch Akteure aus Vereinen den Bezirk unterstützen, so die Grünen. Der Verein Berliner Unterwelten könnte zum Beispiel Führungen anbieten. Die BVV beschloss, dass sich der Kulturausschuss ausführlicher mit diesem Thema befassen solle. BW

Montag, 22. Juli 2013 – Ausstellungseröffnung und Filmvorführung im JUP

Spazieren, Joggen oder einfach nur im Grünen entspannen – die Schönholzer Heide ist nahezu allen Pankower_innen bekannt. Im Gegensatz zu ihrer auch düsteren Geschichte.
Diesem Thema widmet sich die nächste Ausstellung im JUP „Die Geschichte der Schönholzer Heide“ von der Initiative Schönholzer Heide.

Zum Montagscafé am 22. Juli wollen wir die Ausstellung mit euch eröffnen und dazu den von der Initiative gedrehten Dokumentarfilm zur Geschichte der Heide sehen.
Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.

JUP Pankow – Florastraße 84 (10 Minuten vom S&U-Bhf Pankow oder S-Bhf Wollankstraße)

Mehr Infos auf Facebook: https://www.facebook.com/events/121112588059385/

Bericht: Ausstellung und Rundgang beim FAYATAK & RAKATAK

Das Wochenende in der Schönholzer Heide nutzten wir, um den Pankower_innen auf vielfältige Weise die Geschichte des Parks näher zu bringen. Beim FAYATAK am Freitag zeigten wir zum ersten Mal die Ausstellung, die einen groben Überblick unserer Bildungsmaterialien zeigt. Am Stand des Jugendklubs JUP war der komplette Materialordner einzusehen und unser Film zu bekommen.
Die Ausstellung wurde gut aufgenommen und von einigen der Festteilnehmer/innen durchgelesen.

Am Sonntag, beim RAKATAK, bauten wir erneut die Ausstellung auf und ergänzten das Programm mit einem einstündigen Rundgang durch die Heide. Zehn Menschen nahmen an dem Rundgang teil. Unsere Tour hielt an den Informationstafeln im Park, am Bunker des Zwangsarbeiter/innenlagers, in der Kriegsgräberstätte und in den Überresten des Heidetheaters. Die Geschichte der Orte wurde mit etlichen historischen Fotos unterlegt.

Aktionen beim FAYATAK und RAKATAK

Am nächsten Wochenende gibt es verschiedene Aktionen in der Schönholzer Heide:

Am Freitag, dem 14. Juni 2013, zeigen wir beim FAYATAK auf einer Ausstellung von 12 Tafeln die Geschichte der Schönholzer Heide. Sie wird auf dem Gelände der Schießanlage zu sehen sein.

Den Sonntag, 16. Juni 2013, nutzen wir, und veranstalten im Rahmen des RAKATAK-Festivals um 15:00 Uhr einen Rundgang durch die Schönholzer Heide. Sammelpunkt dafür ist vor dem Einlass des RAKATAKs.

Bis dann.

Veranstaltung: Die Geschichte der Schönholzer Heide

Eine Einführung in die Nutzung lokalgeschichtlicher Bildungsmaterialien im Unterricht und außerschulischer Bildungsarbeit

In den vergangenen Jahren sind zur Geschichte der Schönholzer Heide umfangreiche Materialien entstanden, die mehrere Bausteine zur Geschichte des Bezirks im 19. und 20. Jahrhundert enthalten. Thematische Schwerpunkte bilden die Themen NS-Zwangsarbeit und lokale Erinnerungskultur. Methodisch vielfältig eignen sich die Materialien für einen interaktiven Unterricht zur Thematisierung von Lokalgeschichte in den höheren Klassen der Sek. I sowie Sek. II.

Neben biografischen Zugängen und Quellenanalysen sind auch theaterpädagogische Methoden und eine Stadtteilrallye im Materialordner enthalten. Ein etwa 30-minütiger Dokumentarfilm mit Zeitzeug/inneninterviews, der zusammen mit Pankower Jugendlichen erstellt wurde, gibt einen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Schönholzer Heide.

Wir werden zusammen den Film sehen und anschließend eine Einführung mit didaktischen Hinweisen zur Nutzung der einzelnen Bausteine geben. Materialien und Film können vor Ort gegen Spende erworben werden.

Am 22.05. um 15.30 Uhr Uhr im Café Stilbruch, Unabhängiges Jugendzentrum
Pankow (JUP) e.V.
Florastraße 84, 13187 Berlin.

Kontakt: Initiative ‚Schönholzer Heide‘ bei der VVN-BdA Berlin-Pankow e.V.
heidefilm@gmx.de
heidefilm.blogsport.de